Berliner Dom

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Berliner Dom

Der Berliner Dom wurde nach italienischem Vorbild gebaut. Er besteht aus einer zweitürmigen Basilika mit einem dreischiffigen Langhaus. Nach schwerer Zerstörung während des zweiten Weltkriegs konnte die Kirche und andere Teile vielfach vereinfacht erst im Jahre 2002 wieder komplett fertig restauriert werden, wobei die Kirche aber ihre ursprüngliche Höhe von 114 Metern nicht mehr erreicht hat, sondern nur noch 98 Meter, da sie vereinfacht wiederaufgebaut wurde. Besonders auffällig ist die prunkvolle Innenausstattung, die allerdings eher an katholische als an evangelische Kirchen erinnert.

 

Berliner Dom

Adresse: Am Lustgarten 1, 10178 Berlin-Mitte

Anfahrt: Alexanderplatz
S-Bahn: S5, S7, S75, S9
U-Bahn: U2, U5, U8
Bus: 100, 148, 200, 248

Panorama Berliner Dom Statue Berliner Dom Panorama Berliner Dom vom Wasser aus gesehen

Der Berliner Dom, die größte Kirche Berlins, versteht sich als ein zentraler Ort der evangelischen Kirche in Deutschland. Weit über die Grenzen der Kirchengemeinde und der Stadt hinaus zieht er Jahr für Jahr viele Tausend Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland an.
Mit seinen Gottesdiensten, Konzerten, Führungen und vielen anderen Veranstaltungen und Angeboten lädt er dazu ein, sich der christlichen Glaubenstradition in vielfältiger Weise zu nähern.
Hier finden Sie aktuelle Informationen über den Berliner Dom.

Gottesdienste, Vespern und Andachten

Im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens stehen die Gottesdienste.
Gott zu loben, ihn anzurufen und seinen Namen zu ehren, um Vergebung und Trost zu bitten und die Geschichten der Hoffnung weiter zu geben – dies steht für uns im Zentrum. Dabei hat das Kirchenjahr eine besondere Bedeutung. Im Rhythmus des Jahres werden die großen biblischen Themen immer wieder neu zur Sprache gebracht, erhalten ihre besondere liturgische und musikalische Gestalt.
Eine Vielzahl von Jubiläums- und Dankgottesdiensten, Trau- und Taufgottesdiensten ergänzen das Gottesdienstangebot am Berliner Dom.

Sonn- und Feiertage 10.00 Uhr
Abendmahlsgottesdienst (wird simultan ins Englische übersetzt)
mit Kindergottesdienst

Sonn- und Feiertage 18.00 Uhr
Predigtgottesdienst

Samstag 18.00 Uhr
Vesper

Montag – Samstag 12.00 Uhr
Mittagsandacht

Montag – Freitag 18.00 Uhr
Abendandacht (donnerstags als Evensong in englischer und deutscher Sprache)

Einmal im Monat Donnerstagabend
Taizé – Andacht

Berliner Dom bei Nacht Detailbild Berliner Dom BErliner Dom Innen

Der Berliner Dom (eigentlich Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin) ist eine evangelische Kirche auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel, der hier Museumsinsel genannt wird, im Ortsteil Mitte (Bezirk Mitte) von Berlin.
Der 1894 bis 1905 nach Plänen von Julius Raschdorff in Anlehnung an die italienische Hochrenaissance und den Barock errichtete Dom gehört zu den bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten in Deutschland. Das denkmalgeschützte Gebäude besteht aus der zentralen Predigtkirche unter der Kuppel sowie der Tauf- und Traukirche. Das Hauptportal liegt am Lustgarten. In der Gruft des Doms ruhen zahlreiche Mitglieder des Hauses Hohenzollern. Die Kuppelkonstruktion wurde 2007 für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.
Heute finden im Berliner Dom neben den regelmäßigen Gemeindegottesdiensten auch Gottesdienste anlässlich von Staatsakten oder wichtigen politischen Ereignissen der Bundesrepublik Deutschland statt.

Die Geschichte eines Doms auf der Spreeinsel reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Im gerade fertiggestellten kurfürstlichen Schloss wurde 1450 die Erasmus-Kapelle geweiht, die 1465 von Papst Paul II. zum Kollegialstift, zur Domkirche, erhoben wurde.
Nachdem Joachim II. im Jahre 1535 Kurfürst geworden war, begann er, die südlich des Schlosses gelegene Dominikanerkirche zur neuen Hofkirche umzubauen. Die Dominikaner-Mönche wurden ins Kloster St. Pauli nach Brandenburg an der Havel umgesiedelt. Die mittelalterliche, gotische Backsteinkirche der Dominikaner wurde ausgebaut, reich ausstaffiert, es wurden fürstliche Begräbnisstätten eingerichtet und ein Glockengeläut installiert. Der neue Dom wurde 1536 geweiht. Im Jahr 1539 trat Joachim II. zum lutherischen Glauben über: Aus dem katholischen Dom wurde so – mit der Einführung der Reformation in Brandenburg – ein protestantischer Dom. 1608 wurde auch das Domkapitel aufgelöst, der Dom wurde zur obersten Pfarrkirche Cöllns.
Da diese gotische Backsteinkirche baufällig geworden war, ließ Friedrich der Große zwischen 1747 und 1750 einen barocken Neubau am Lustgarten, dem heutigen Standort des Doms, errichten und nach der Überführung der kurfürstlichen Särge in den Neubau den alten Dom abreißen. Architekt dieses 1750 geweihten Neubaus war der aus den Niederlanden stammende Johann Boumann d. Ä., der eine sehr nüchterne Konzeption des Barocks hatte.
Anfang des 19. Jahrhunderts gestaltete Karl Friedrich Schinkel den Dom im Stil des damals modernen Klassizismus um. Der Umbau war 1822 vollendet.

Kuppelkreuz

Das alte Kuppelkreuz auf dem Friedhof der Domgemeinde
Anfang Dezember 2006 wurde die 1981 im Zuge des Wiederaufbaus auf die Domkuppel gesetzte Laternenbekrönung abgenommen. Das Dombaubüro hatte Statiker eingeschaltet, nachdem im August 2006 Rostschäden unter der vergoldeten Kupferblechverkleidung entdeckt worden waren. In den Gutachten wurde festgestellt, dass die Standfestigkeit des 12,5 Tonnen schweren und 15 Meter hohen Kuppelkreuzes bei Stürmen nicht mehr gewährleistet sei. Da die Konstruktion aus hohlen Stahlformen von innen und außen vollständig zerfressen war, konnte sie nicht restauriert werden.


Der Dom ohne Kuppelkreuz
Die Schäden waren auf Kontaktkorrosion zurückzuführen, die bei der Kombination von unterschiedlich edlen Metallen (hier Kupfer und Stahl) entsteht und zur Korrosion des jeweils unedleren Metalls (hier Stahl) führt. Dem verwendeten KT-Stahl (korrosionsträger Stahl, Cortenstahl) wurden in den 1970er-Jahren günstigere Materialeigenschaften zugetraut. Aufgrund des Schadensbildes mussten auch andere Dachaufbauten mit vergleichbaren Materialkombinationen auf Schäden untersucht werden, z. B. die Kugeln auf den vier Ecktürmen sowie der kupfergetriebene Figurenschmuck.
Die Rekonstruktion des Kuppelkreuzes in der Fassung von 1981 übernahm die Metallbaufirma Breidenbach aus dem oberbayerischen Peiting. Das neue Kreuz wurde anschließend von Berliner Spezialisten mit 1,5 kg Blattgold belegt. Am 19. August 2008 wurde es von einem 500-Tonnen-Kran auf die Domkuppel gehoben. Von 1,2 Millionen Euro Kosten, die bei den Sanierungsmaßnahmen am Berliner Dom entstanden, entfielen 700.000 Euro auf das neue Kuppelkreuz.
Das alte Kuppelkreuz wurde – allerdings ohne die Kuppelkrone – auf den Friedhof der Oberpfarr- und Domkirche an der Liesenstraße umgesetzt.


Historische Kuppel
Die Demontage des Kuppelkreuzes beflügelte eine Diskussion darüber, ob die fünf Kuppellaternen, wie sie vor dem Krieg das Bauwerk zierten, wieder aufgesetzt werden sollten. Kritiker des Kuppelkreuzes aus DDR-Zeiten bemängeln insbesondere, dass die ursprünglich umgesetzten Proportionen des Bauwerks mit der reduzierten Lösung nur unzureichend wiedergegeben werden. Entsprechend setzte sich insbesondere der Evangelische Kirchenbauverein für eine Rekonstruktion des Urzustandes ein und erhielt hierfür auch Unterstützung von der Gesellschaft Historisches Berlin. Im Streit hierüber wurden die Kritiker jedoch von der Domgemeinde, die diesem Ansinnen ablehnend gegegenüber stand, buchstäblich vor die Tür gesetzt. Erschwerend für eine Rekonstruktion wirkt sich auch der Umstand aus, dass der derzeitige Zustand unter Denkmalschutz gestellt wurde.


Glocken

Im Nordwestturm hängt ein dreistimmiges Bronzegeläut. Es besteht aus drei unterschiedlichen Glocken. Sie hängen in einem dreifeldrigen Stahlstuhl (große Glocke in der Mitte). Die kleine Glocke hängt am Holzjoch, die übrigen an geraden Stahljochen. Die mit drei Tonnen schwerste Glocke heißt Neue Wilsnacker Glocke und wurde im Jahre 1929 von der Glockengießerei Lauchhammer gegossen; ihr Schlagton ist h0. Als Zier trägt sie den Gekreuzigten und den Auferstandenen. Die Brandenburger Glocke (Schlagton d1) wurde 1913 in der Glockengießerei Ohlson (Lübeck) gegossen, sie findet Gebrauch zum täglichen Betzeitläuten. Die Kleinste ist die Osterbruger Glocke (Schlagton e1), 1532 von Hinrik van Campen gegossen, und wird geziert von der Mutter Gottes auf der Mondsichel.

Orgeln


Sauer-Orgel von 1905
Die Orgel in der Predigtkirche stammt aus der Orgelbauwerkstatt Sauer, der Orgelprospekt von dem Bildhauer Richard Moest. Die Technik entspricht dem Stand von 1905 und wurde zuletzt im Jahr 2006 grundlegend saniert. 1932 wurde das Rückpositiv durch Domorganist Fritz Heitmann neu disponiert, für die Mensuration dabei zeichnete Hans Henny Jahnn verantwortlich. Mit ihren 7269 Pfeifen (113 Register, vier Manuale zuzüglich Pedal) ist sie die größte vollpneumatische hochromantische Orgel.

Baujahr 1905
Restauriert durch Firma Sauer von 1988 - 1993

Die Restaurierung der Dom-Orgel war von dem Gedanken beseelt, das größte Werk von Wilhelm Sauer originalgetreu zu erhalten. Verbesserungen in der Winderzeugung ergaben sich aus dem Umstand, daß der Platz des alten Ventilators für einen Aufzug benötigt wurde und ein neuer Ventilator in die Orgel gestellt werden musste. Der Ventilator ist mit größerer Stärke und größerem Volumen ausgestattet, so daß nun auch in vollem Spiel Windstabilität besteht.

Die Restaurierung dieser Orgel, die den Höhepunkt in der Orgelromantik darstellt, muß auch im zeit- geschichtlichen Zusammenhang gesehen werden. Zum einen ist das Instrument heute das größte Werk mit pneumatischer Traktur, zum anderen besitzt die klangliche Gestaltung der Orgel alle Merkmale romantischen Orgelbaus.

Berliner Dom Kuppel Innen Berliner Dom Treppe Innen Panorama Berliener Dom vom Wasser aus gesehen

Die „Gemeinde der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin“ ist eine rund 1100 Mitglieder umfassende Personalgemeinde, die in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz eine Sonderstellung einnimmt. Ihrem Leitungsgremium, dem „Domkirchenkollegium“, gehören neben acht von der Gemeinde gewählten Domkirchenräten und den Dompredigern auch vier entsandte stimmberechtigte Mitglieder an: Je ein Vertreter der Bundesregierung und des Senats von Berlin werden auf deren Vorschlag vom Rat der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der EKD gewählt, das Amt der UEK und die Landeskirche entsenden je einen weiteren Vertreter. Vorsitzende des Gremiums ist die ehemalige Bundesbauministerin Irmgard Schwaetzer. Die beiden Pfarrstellen der Gemeinde werden wegen der Bedeutung des Domes über die Grenzen der Landeskirche hinaus deutschlandweit ausgeschrieben. Amtierende Domprediger sind Friedrich-Wilhelm Hünerbein (seit 2000) sowie Petra Zimmermann als geschäftsführende Dompredigerin (seit 2006).
Neben den Dompredigern halten turnusmäßig der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, der Präsident des Kirchenamtes der EKD, Hermann Barth, sowie der Auslandsbischof der EKD, Bischof Martin Schindehütte, Gottesdienste am Dom. In loser Folge leiten zudem die übrigen Bischöfe der Gliedkirchen der EKD den Abendmahlsgottesdienst am Sonntagmorgen. Den Titel eines Ehrendompredigers führen der Bischof von London, Rt. Rev. Richard Chartres, sowie der Tübinger Theologe Eberhard Jüngel, die beide regelmäßig am Dom zu Gast sind.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs fanden Gottesdienste und Andachten zunächst nur in der Gruftkirche sowie ab 1980 in der wiederhergestellten Tauf- und Traukirche statt. Seit 1993 gibt es wieder tägliche Gottesdienste in der Predigtkirche.
Im Berliner Dom fanden in jüngerer Zeit der Trauerstaatsakt für den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau (Februar 2006), ein ökumenischer Dankgottesdienst zum 50. Jahrestag der Römischen Verträge (März 2007) sowie die offizielle Trauerfeier für die drei in Afghanistan getöteten deutschen Personenschützer (August 2007) statt.

Mit seiner markanten Gestalt gehört der Berliner Dom zu den Publikumsmagneten der Bundeshauptstadt. Der Bau im Stil des Neobarock wurde 1905 eingeweiht. Das im II. Weltkrieg stark zerstörte Gotteshaus ist nun nahezu wiederhergestellt. Zu besichtigen sind die Predigtkirche mit der beeindruckenden Kuppel, die Tauf-und Traukirche, das Kaiserliche Treppenhaus, die Hohenzollerngruft, das Dommuseum und der Kuppelumgang mit Blick auf die Mitte Berlins.
Der Berliner Dom ist die ehemalige Hof-und Domkirche der Hohenzollern, konzipiert als protestantische Antwort auf den Petersdom. Er wurde unter Kaiser Wilhelm II. 1894-1905 nach Plänen von Julius Carl Raschdorff als Hof-und Denkmalskirche der Hohenzollern nach Abriss des alten Doms errichtet. Gegen die Kritik der Zeitgenossen entstand auf Wunsch Wilhelms II. ein reich verzierter, von der italienischen Hochrenaissance beeinflusster Kuppelbau. Der vereinfachte Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieges schwer beschädigten Gebäudes erfolgte 1975-93.
Das prunkvolle Innere wurde um die Jahrhundertwende ebenfalls von Julius Raschdorff gestaltet. Zu den größten Kostbarkeiten zählen die Prunksarkophage des Großen Kurfürsten und der Kurfürstin Dorothea, von König Friedrich I. und Königin Sophie Charlotte. Der Hauptaltar von 1850 ist ein Werk von Friedrich August Stüler. In der Tauf-und Traukirche findet sich ein Altarbild von Karl Begas d.Ä. Die Fürstengruft der Hohenzollern enthält etwa 100 Bestattungen aus fünf Jahrhunderten. Ein Museum zeigt die Geschichte des Doms anhand von Modellen, Gemälden und Bauplänen.

Informationen

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