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Der Berliner
Dom (eigentlich Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin) ist eine evangelische
Kirche auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel, der hier Museumsinsel
genannt wird, im Ortsteil Mitte (Bezirk Mitte) von Berlin.
Der 1894 bis 1905 nach Plänen von Julius Raschdorff in Anlehnung
an die italienische Hochrenaissance und den Barock errichtete
Dom gehört zu den bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten
in Deutschland. Das denkmalgeschützte Gebäude besteht
aus der zentralen Predigtkirche unter der Kuppel sowie der Tauf-
und Traukirche. Das Hauptportal liegt am Lustgarten. In der Gruft
des Doms ruhen zahlreiche Mitglieder des Hauses Hohenzollern.
Die Kuppelkonstruktion wurde 2007 für die Auszeichnung als
Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland
nominiert.
Heute finden im Berliner Dom neben den regelmäßigen
Gemeindegottesdiensten auch Gottesdienste anlässlich von
Staatsakten oder wichtigen politischen Ereignissen der Bundesrepublik
Deutschland statt.
Die Geschichte
eines Doms auf der Spreeinsel reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück.
Im gerade fertiggestellten kurfürstlichen Schloss wurde 1450
die Erasmus-Kapelle geweiht, die 1465 von Papst Paul II. zum Kollegialstift,
zur Domkirche, erhoben wurde.
Nachdem Joachim II. im Jahre 1535 Kurfürst geworden war,
begann er, die südlich des Schlosses gelegene Dominikanerkirche
zur neuen Hofkirche umzubauen. Die Dominikaner-Mönche wurden
ins Kloster St. Pauli nach Brandenburg an der Havel umgesiedelt.
Die mittelalterliche, gotische Backsteinkirche der Dominikaner
wurde ausgebaut, reich ausstaffiert, es wurden fürstliche
Begräbnisstätten eingerichtet und ein Glockengeläut
installiert. Der neue Dom wurde 1536 geweiht. Im Jahr 1539 trat
Joachim II. zum lutherischen Glauben über: Aus dem katholischen
Dom wurde so mit der Einführung der Reformation in
Brandenburg ein protestantischer Dom. 1608 wurde auch das
Domkapitel aufgelöst, der Dom wurde zur obersten Pfarrkirche
Cöllns.
Da diese gotische Backsteinkirche baufällig geworden war,
ließ Friedrich der Große zwischen 1747 und 1750 einen
barocken Neubau am Lustgarten, dem heutigen Standort des Doms,
errichten und nach der Überführung der kurfürstlichen
Särge in den Neubau den alten Dom abreißen. Architekt
dieses 1750 geweihten Neubaus war der aus den Niederlanden stammende
Johann Boumann d. Ä., der eine sehr nüchterne Konzeption
des Barocks hatte.
Anfang des 19. Jahrhunderts gestaltete Karl Friedrich Schinkel
den Dom im Stil des damals modernen Klassizismus um. Der Umbau
war 1822 vollendet.
Kuppelkreuz
Das alte Kuppelkreuz auf dem Friedhof der Domgemeinde
Anfang Dezember 2006 wurde die 1981 im Zuge des Wiederaufbaus
auf die Domkuppel gesetzte Laternenbekrönung abgenommen.
Das Dombaubüro hatte Statiker eingeschaltet, nachdem im August
2006 Rostschäden unter der vergoldeten Kupferblechverkleidung
entdeckt worden waren. In den Gutachten wurde festgestellt, dass
die Standfestigkeit des 12,5 Tonnen schweren und 15 Meter hohen
Kuppelkreuzes bei Stürmen nicht mehr gewährleistet sei.
Da die Konstruktion aus hohlen Stahlformen von innen und außen
vollständig zerfressen war, konnte sie nicht restauriert
werden.
Der Dom ohne Kuppelkreuz
Die Schäden waren auf Kontaktkorrosion zurückzuführen,
die bei der Kombination von unterschiedlich edlen Metallen (hier
Kupfer und Stahl) entsteht und zur Korrosion des jeweils unedleren
Metalls (hier Stahl) führt. Dem verwendeten KT-Stahl (korrosionsträger
Stahl, Cortenstahl) wurden in den 1970er-Jahren günstigere
Materialeigenschaften zugetraut. Aufgrund des Schadensbildes mussten
auch andere Dachaufbauten mit vergleichbaren Materialkombinationen
auf Schäden untersucht werden, z. B. die Kugeln auf den vier
Ecktürmen sowie der kupfergetriebene Figurenschmuck.
Die Rekonstruktion des Kuppelkreuzes in der Fassung von 1981 übernahm
die Metallbaufirma Breidenbach aus dem oberbayerischen Peiting.
Das neue Kreuz wurde anschließend von Berliner Spezialisten
mit 1,5 kg Blattgold belegt. Am 19. August 2008 wurde es von einem
500-Tonnen-Kran auf die Domkuppel gehoben. Von 1,2 Millionen Euro
Kosten, die bei den Sanierungsmaßnahmen am Berliner Dom
entstanden, entfielen 700.000 Euro auf das neue Kuppelkreuz.
Das alte Kuppelkreuz wurde allerdings ohne die Kuppelkrone
auf den Friedhof der Oberpfarr- und Domkirche an der Liesenstraße
umgesetzt.
Historische Kuppel
Die Demontage des Kuppelkreuzes beflügelte eine Diskussion
darüber, ob die fünf Kuppellaternen, wie sie vor dem
Krieg das Bauwerk zierten, wieder aufgesetzt werden sollten. Kritiker
des Kuppelkreuzes aus DDR-Zeiten bemängeln insbesondere,
dass die ursprünglich umgesetzten Proportionen des Bauwerks
mit der reduzierten Lösung nur unzureichend wiedergegeben
werden. Entsprechend setzte sich insbesondere der Evangelische
Kirchenbauverein für eine Rekonstruktion des Urzustandes
ein und erhielt hierfür auch Unterstützung von der Gesellschaft
Historisches Berlin. Im Streit hierüber wurden die Kritiker
jedoch von der Domgemeinde, die diesem Ansinnen ablehnend gegegenüber
stand, buchstäblich vor die Tür gesetzt. Erschwerend
für eine Rekonstruktion wirkt sich auch der Umstand aus,
dass der derzeitige Zustand unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Glocken
Im Nordwestturm hängt ein dreistimmiges Bronzegeläut.
Es besteht aus drei unterschiedlichen Glocken. Sie hängen
in einem dreifeldrigen Stahlstuhl (große Glocke in der Mitte).
Die kleine Glocke hängt am Holzjoch, die übrigen an
geraden Stahljochen. Die mit drei Tonnen schwerste Glocke heißt
Neue Wilsnacker Glocke und wurde im Jahre 1929 von der Glockengießerei
Lauchhammer gegossen; ihr Schlagton ist h0. Als Zier trägt
sie den Gekreuzigten und den Auferstandenen. Die Brandenburger
Glocke (Schlagton d1) wurde 1913 in der Glockengießerei
Ohlson (Lübeck) gegossen, sie findet Gebrauch zum täglichen
Betzeitläuten. Die Kleinste ist die Osterbruger Glocke (Schlagton
e1), 1532 von Hinrik van Campen gegossen, und wird geziert von
der Mutter Gottes auf der Mondsichel.
Orgeln
Sauer-Orgel von 1905
Die Orgel in der Predigtkirche stammt aus der Orgelbauwerkstatt
Sauer, der Orgelprospekt von dem Bildhauer Richard Moest. Die
Technik entspricht dem Stand von 1905 und wurde zuletzt im Jahr
2006 grundlegend saniert. 1932 wurde das Rückpositiv durch
Domorganist Fritz Heitmann neu disponiert, für die Mensuration
dabei zeichnete Hans Henny Jahnn verantwortlich. Mit ihren 7269
Pfeifen (113 Register, vier Manuale zuzüglich Pedal) ist
sie die größte vollpneumatische hochromantische Orgel.
Baujahr 1905
Restauriert durch Firma Sauer von 1988 - 1993
Die Restaurierung
der Dom-Orgel war von dem Gedanken beseelt, das größte
Werk von Wilhelm Sauer originalgetreu zu erhalten. Verbesserungen
in der Winderzeugung ergaben sich aus dem Umstand, daß der
Platz des alten Ventilators für einen Aufzug benötigt
wurde und ein neuer Ventilator in die Orgel gestellt werden musste.
Der Ventilator ist mit größerer Stärke und größerem
Volumen ausgestattet, so daß nun auch in vollem Spiel Windstabilität
besteht.
Die Restaurierung
dieser Orgel, die den Höhepunkt in der Orgelromantik darstellt,
muß auch im zeit- geschichtlichen Zusammenhang gesehen werden.
Zum einen ist das Instrument heute das größte Werk
mit pneumatischer Traktur, zum anderen besitzt die klangliche
Gestaltung der Orgel alle Merkmale romantischen Orgelbaus.
Die Gemeinde
der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin ist eine rund 1100
Mitglieder umfassende Personalgemeinde, die in der Evangelischen
Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz eine Sonderstellung
einnimmt. Ihrem Leitungsgremium, dem Domkirchenkollegium,
gehören neben acht von der Gemeinde gewählten Domkirchenräten
und den Dompredigern auch vier entsandte stimmberechtigte Mitglieder
an: Je ein Vertreter der Bundesregierung und des Senats von Berlin
werden auf deren Vorschlag vom Rat der Union Evangelischer Kirchen
(UEK) in der EKD gewählt, das Amt der UEK und die Landeskirche
entsenden je einen weiteren Vertreter. Vorsitzende des Gremiums
ist die ehemalige Bundesbauministerin Irmgard Schwaetzer. Die
beiden Pfarrstellen der Gemeinde werden wegen der Bedeutung des
Domes über die Grenzen der Landeskirche hinaus deutschlandweit
ausgeschrieben. Amtierende Domprediger sind Friedrich-Wilhelm
Hünerbein (seit 2000) sowie Petra Zimmermann als geschäftsführende
Dompredigerin (seit 2006).
Neben den Dompredigern halten turnusmäßig der Ratsvorsitzende
der EKD, Bischof Wolfgang Huber, der Präsident des Kirchenamtes
der EKD, Hermann Barth, sowie der Auslandsbischof der EKD, Bischof
Martin Schindehütte, Gottesdienste am Dom. In loser Folge
leiten zudem die übrigen Bischöfe der Gliedkirchen der
EKD den Abendmahlsgottesdienst am Sonntagmorgen. Den Titel eines
Ehrendompredigers führen der Bischof von London, Rt. Rev.
Richard Chartres, sowie der Tübinger Theologe Eberhard Jüngel,
die beide regelmäßig am Dom zu Gast sind.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs fanden Gottesdienste
und Andachten zunächst nur in der Gruftkirche sowie ab 1980
in der wiederhergestellten Tauf- und Traukirche statt. Seit 1993
gibt es wieder tägliche Gottesdienste in der Predigtkirche.
Im Berliner Dom fanden in jüngerer Zeit der Trauerstaatsakt
für den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau (Februar
2006), ein ökumenischer Dankgottesdienst zum 50. Jahrestag
der Römischen Verträge (März 2007) sowie die offizielle
Trauerfeier für die drei in Afghanistan getöteten deutschen
Personenschützer (August 2007) statt.
Mit seiner
markanten Gestalt gehört der Berliner Dom zu den Publikumsmagneten
der Bundeshauptstadt. Der Bau im Stil des Neobarock wurde 1905
eingeweiht. Das im II. Weltkrieg stark zerstörte Gotteshaus
ist nun nahezu wiederhergestellt. Zu besichtigen sind die Predigtkirche
mit der beeindruckenden Kuppel, die Tauf-und Traukirche, das Kaiserliche
Treppenhaus, die Hohenzollerngruft, das Dommuseum und der Kuppelumgang
mit Blick auf die Mitte Berlins.
Der Berliner Dom ist die ehemalige Hof-und Domkirche der Hohenzollern,
konzipiert als protestantische Antwort auf den Petersdom. Er wurde
unter Kaiser Wilhelm II. 1894-1905 nach Plänen von Julius
Carl Raschdorff als Hof-und Denkmalskirche der Hohenzollern nach
Abriss des alten Doms errichtet. Gegen die Kritik der Zeitgenossen
entstand auf Wunsch Wilhelms II. ein reich verzierter, von der
italienischen Hochrenaissance beeinflusster Kuppelbau. Der vereinfachte
Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieges schwer beschädigten
Gebäudes erfolgte 1975-93.
Das prunkvolle Innere wurde um die Jahrhundertwende ebenfalls
von Julius Raschdorff gestaltet. Zu den größten Kostbarkeiten
zählen die Prunksarkophage des Großen Kurfürsten
und der Kurfürstin Dorothea, von König Friedrich I.
und Königin Sophie Charlotte. Der Hauptaltar von 1850 ist
ein Werk von Friedrich August Stüler. In der Tauf-und Traukirche
findet sich ein Altarbild von Karl Begas d.Ä. Die Fürstengruft
der Hohenzollern enthält etwa 100 Bestattungen aus fünf
Jahrhunderten. Ein Museum zeigt die Geschichte des Doms anhand
von Modellen, Gemälden und Bauplänen.
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